Bis zum Ende
Jonas und Nora räumen ihre Wohnung aus und finden in jedem Raum eine andere Version ihrer Liebe. Eine Schallplatte wird zum letzten Versuch, richtig zuzuhören.
Vergänglichkeit zeigt sich bei Nachklang selten als großes Ereignis. Sie liegt in geräumten Wohnungen, in alten Tonträgern, in Rezepten, Gerüchen, Farben und Nachrichten, die plötzlich mehr tragen, als man ihnen zugetraut hätte. Diese Sammlung versammelt Kurzhörspiele, in denen Menschen versuchen festzuhalten, was sich entzieht, und dabei hören, was lange unausgesprochen blieb.
Jonas und Nora räumen ihre Wohnung aus und finden in jedem Raum eine andere Version ihrer Liebe. Eine Schallplatte wird zum letzten Versuch, richtig zuzuhören.
Cora archiviert Gerüche, Farben und Berührungen für ein zukünftiges Ich. Aus einem nüchternen Experiment wird ein zärtlicher Versuch, die Welt festzuhalten.
Ein alter Koch will sein Gulaschrezept bewahren. Doch zwischen Kümmel, Paprika und Zwiebeln tauchen Erinnerungen auf, die keine Zutat ersetzen kann.
Seit Jahrzehnten pflegt Heinrich eine Pflanze, die längst nicht mehr leben sollte. An einem Frostmorgen antwortet sie und stellt eine letzte Frage.
Beim Ausräumen der Wohnung seiner Mutter findet Jonas siebenundzwanzig gespeicherte Nachrichten. Jede klingt kurz und reicht doch weiter, als er erwartet.
Beim Ausräumen der väterlichen Wohnung finden Sabine und Matthias eine Kassette. Darauf wartet keine große Rede, sondern eine Einladung, anders weiterzuleben.
Ein Schneesturm sperrt Maren und Jens in eine Hütte, die ihre frühere Liebe kennt. Ein Gästebuch bringt zurück, was beide zu lange umgangen haben.
Ein sterbender Mann diktiert einen Nachruf voller erfundener Abenteuer. Doch ausgerechnet die Lüge öffnet einen Raum für etwas, das noch geschehen kann.
In diese Sammlung passen Kurzhörspiele, in denen Abschied, Erinnerung, Verlust und das Weiterleben nach einer Veränderung im Mittelpunkt stehen. Oft erzählen sie von privaten Momenten, etwa vom Ausräumen einer Wohnung, vom Wiederhören einer Stimme oder vom Versuch, eine Spur zu bewahren.
Viele Stücke haben eine melancholische Grundfarbe, bleiben aber nicht bei Trauer stehen. Neben Schmerz und Sprachlosigkeit gibt es auch Zärtlichkeit, Fürsorge und manchmal einen vorsichtigen Lebensmut.
Nein. Vergänglichkeit kann auch das Ende einer Liebe, eine veränderte Identität, verblassende Wahrnehmung oder den Verlust einer vertrauten Nähe meinen. Die Sammlung betrachtet Abschiede in unterschiedlichen Formen.
Erinnerung ist hier oft der Ort, an dem Beziehungen noch einmal hörbar werden. Sie bewahrt nicht alles, aber sie zeigt, welche Gesten, Stimmen und Versprechen Spuren hinterlassen haben.